Autoreninterview mit: Kathrin Hanke

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Meine erste kleine Geschichte habe ich Ende der 1. Klasse verfasst. Geschichten erzählt habe ich schon vorher, aber als ich dann endlich in der Schule Lesen und Schreiben gelernt hatte – zumindest einigermaßen – habe ich sie zu Papier gebracht. Allerdings waren sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, ich habe sie lediglich meinem Tagebuch anvertraut, das ich zum Schulanfang bekommen hatte. Schreiben und Lesen gehörte seitdem zu mir und meinem Leben, wie für andere Kinder und Jugendliche Fußballspielen.

Und ich habe nicht nur Geschichten geschrieben, sondern im Laufe der Zeit bei der Schülerzeitung mitgemacht, viele Brieffreundschaften gepflegt und auch seitenlange Briefe für meine Freundinnen aufgesetzt und so weiter. Später habe ich dann Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkten Sprache und Kommunikation studiert und mit diesem Hintergrund ist noch während meines Studiums mein erstes Buch veröffentlicht worden: ein populärwissenschaftliches Sachbuch zum Thema Kommunikation. Im Grunde ist das damals einfach so durch zugegebenermaßen recht glückliche Umstände wie zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, aber auch dem Willen, meine Schreibleidenschaft zum Beruf zu machen, passiert.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Das ist eine schöne Frage, die ich so bisher noch nicht gestellt bekommen habe und gern beantworte: Ich bin am Erscheinungstag wahnsinnig aufgeregt und ziemlich aufgewühlt. Dieses Gefühl bleibt so, bis ich sehe, dass die erste Lesermeinung da ist. Dann werde ich ganz hibbelig und will sie auf der einen Seite ganz schnell lesen und auf der anderen auch wieder nicht. Es ist ein bisschen so wie früher, wenn man so richtig frisch verliebt war und der besten Freundin den neuen Freund vorstellen wollte. Was wird sie sagen? Findet sie ihn gut?

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Von beidem ein bisschen. Als Krimi-Autorin bin ich eigentlich immer auf der Suche nach einem Plot und so gehe ich auch durch meinen Alltag: Ob es die Tagespresse ist oder Geschichten sind, die mir von Freunden und Bekannten erzählt werden – einiges regt meine Fantasie an und ich wandle das Gelesene oder Gehörte in eine fiktive Geschichte um bzw. in ein Motiv, um dass sich dann die Geschichte dreht. Es kommt auch vor, dass ich einfach nur spazieren gehe, ich etwas sehe, was z.B. nicht in einen Wald gehört (und sei es nur ein altes Bonbonpapier) und dann fantasiere ich etwas drum herum und habe die Idee zu einer Geschichte. Bevor ich dann ein Buch dazu schreibe, erstelle ich ein Exposé in dem ich den roten Faden der Geschichte festhalte. Daran orientiere ich mich später beim Schreiben. Hierfür setze ich mich irgendwann an meinen Laptop und schreibe einfach drauf los. Das ist auch wie spazieren gehen in einer fremden Gegend – man kennt sein Ziel, aber nicht genau den Weg, der dorthin führt. Ihr merkst schon, ich geh ganz gern spazieren 🙂

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Tatsächlich ist das mein Büro – dort kann ich mich am besten konzentrieren und in das Manuskript eintauchen.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Das ist ganz unterschiedlich und kommt ganz darauf an, ob sie generell gern lesen oder nicht. Was aber für alle gleich gilt: Sie freuen sich für mich, dass ich aus meiner gefühlten Berufung meinen Beruf machen konnte.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Ja, das stimmt. Glücklicherweise sind meine Heidekrimis und auch die zeitgeschichtlichen Krimis um Kommissar Peters Lüders jeweils eine Reihe und deswegen weiß ich, dass ich meine Ermittlerteams nach einem abgeschlossenen Fall im nächsten Buch wieder treffe. Beim Schreiben des Worts ENDE ist es also kein Abschied für immer. Außerdem schreibe ich ja noch True Crimes. Hier sind es weniger die wahren Täter, sondern die zum Teil auch während des Schreibprozesses parallel verlaufene Recherchearbeiten, die ich nach dem Beenden eines Buches vermisse. 

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Seit 2014 bin ich ausschließlich als freie Autorin tätig und das ist auch gut so. Vorher war ich in einer Agentur als Werbetexterin tätig und hab abends an meinen Büchern gesessen, um sie zu schreiben. Und dann ist da ja auch noch die Familie: Bei vier Kindern habe ich mich dann wie gesagt vor ein paar Jahren dazu entschlossen, die Werbetexterei aufzugeben.

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Ja, ich möchte mich bei meinen Lesern bedanken, denn ohne Sie gäbe es meine Bücher nicht und es wäre lediglich bei meinem ersten geblieben. Also: DANKE! Und dann noch etwas: Geraden in diesen Zeiten haben es auch die regionalen Buchhändler nicht immer leicht. So möchte ich hier die Gelegenheit nutzen und an die Leser appellieren, ihre Bücher doch über den lokalen Buchhandel zu kaufen. Das hat zudem auch noch den Vorteil, in der Regel toll beraten zu werden. 

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Kathrin und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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