Autoreninterview mit: Tira Beige

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Geschrieben habe ich schon immer gern. In der Kindheit habe ich eigene Geschichten zum Thema „Freundschaft“ verfasst. Dann ruhte die Leidenschaft aber lange, bis ich 2015 damit begonnen habe, Erlebnisse aus der Schule aufzuschreiben. Was als Tagebuchnotiz begann, hat sich irgendwann zu einem Roman mit erotischen Episoden und einer tragischen Handlung summiert.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Online gehen ist ein natürlich ein wichtiger Einschnitt. Noch mehr aber fasziniert mich der Moment, wenn das Buch zu Hause eintrifft und man es in der Hand hält. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Stolz, Bewunderung auf die eigene Leistung und Freude vermischen sich dann. Wenn das Buch bei Amazon und Co. zu erhalten ist, wird dieses Gefühl durch eine leichte Angst verdrängt. Wird der Roman gut ankommen? Was sagen die Leserinnen und Leser dazu? Wie läuft die Leserunde? Sobald die ersten positiven Stimmen kommen, fühlt man sich im eigenen positiven Gefühl bestätigt. Negative Meinungen von Leserinnen und Leser regen mich dagegen zum Nachdenken über das Werk an.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Die ersten aufgeschriebenen Zeilen meines Debütromans „Rebeccas Schüler – Anziehend, verboten und gefährlich“ waren Negativerlebnisse aus der Schule. Ich musste den seelischen Ballast loswerden, den ich angehäuft hatte. Der Beginn des Schreibens, das Schuljahr 2014/15, fiel in eine Phase hinein, in der ich große Selbstzweifel hatte, ob der Lehrerberuf zu mir passt. Meine Schüler tanzten mir auf der Nase herum, ich hatte keine Lust zu unterrichten, war sehr unzufrieden und drauf und dran zu kündigen. All diese Probleme habe ich aufgeschrieben, um sie loszuwerden. Der Frust ist im ersten Teil des Buches daher sehr gut greifbar.

In dieser Zeit hatte ich das erste Mal einen Grundkurs in Deutsch zu unterrichten. Mitte des Halbjahres stieß ein einundzwanzigjähriger Schüler dazu, in den ich mich Hals über Kopf verknallte. Damit war der Grundstein für den Plot gelegt. 

Drauf los schreibe ich nicht. Ich plotte sehr umfangreich, um Logikfehler zu vermeiden bzw. um mich nicht zu verzetteln. Ich brauche eine Grundstruktur, an der ich mich entlanghangeln kann.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ich kann überall schreiben, solange es ruhig ist. Wenn ich früh schreibe, dann gern am Küchentisch mit einem Tee daneben. Im Sommer sitze ich abends gern draußen in der Liegeinsel und schreibe, bis die Tagesschau beginnt.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Ich lege großen Wert darauf, dass niemand aus der Familie erfährt, dass ich erotische Literatur verfasse. Es gibt eine Freundin, der ich sehr vertraue. Sie kennt als Einzige mein Pseudonym und hat den Debütroman gelesen. Sie hat mich auch bei der Entscheidung zum Cover beraten.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Es ist schwer, loszulassen. Vor allem dann, wenn eine Figur sterben muss. Das tut mir beim Schreiben schon sehr weh. Aber wenn es die Handlung so vorsieht, dann muss die Figur dran glauben. 

„ENDE“ heißt ja nicht, dass man das Buch gänzlich aus der Hand legt. Dann geht die eigentliche Arbeit, nämlich das Überarbeiten, erst los. Solange man im Schreibfluss ist, macht es Spaß und man möchte am liebsten nie aufhören, sondern die Figuren immer weiterentwickeln. Weil ich aber, wie schon erwähnt, sehr stark plotte, weiß ich definitiv, wann genau Schluss ist. Daher kommt „ENDE“ nie überraschend, sondern immer zu der Zeit, in der ich es vorgesehen habe. 

Letztlich hat man als Autor doch immer die Möglichkeit, einen Roman weiterzudenken, Teile dran zu hängen; bis man vielleicht wirklich die Handlung über hat und sich danach sehnt, endlich das Wort „ENDE“ drunter zu setzen. 😉

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich arbeite hauptberuflich als Deutschlehrerin. Damit habe ich gewissermaßen mein Hobby, das Lesen und Schreiben, zum Beruf gemacht. Ich muss sehr viel nacharbeiten, insbesondere nach Aufsätzen. Dann ist es für mich nicht immer möglich, mich meiner Leidenschaft, dem Schreiben, zuzuwenden. Vorteil ist: Da ich keine Kinder habe, kann ich mir meine freie Zeit einteilen und schaffe es mehr oder weniger gut, beides unter einen Hut zu bringen. In stressigen Zeiten (z.B. Abiturzeit) stelle ich ganz klar das Schreiben in den Hintergrund, weil mir sonst die Doppelbelastung über den Kopf wächst. Ich würde gern bei beiden Leidenschaften 100 Prozent geben, aber das funktioniert leider nicht. Beides zusammen raubt Energie und powert aus. Weil ich aber für das Unterrichten Geld erhalte, entscheide ich mich natürlich dafür, die Kraftreserven in den Hauptberuf zu investieren.

Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Mir bedeutet es wahnsinnig viel, mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch zu kommen. Wenn ich merke, dass Interesse für das da ist, wofür ich brenne, dann geht mein Herz auf. Das beflügelt mich so stark, dass ich sofort Lust bekomme, neue Inhalte zu planen. Trotzdem werde ich unter dem Pseudonym Tira Beige im nächsten Jahr erst einmal den letzten Roman auf den Markt bringen. Es wird sich um eine Zusammenarbeit mit @autorlaurentnoir handeln. Ich freue mich schon heute darauf, Rebecca endlich nicht mehr als Lehrerin agieren zu lassen. 😉

Aber Spaß beiseite: Warum wird das voraussichtlich der erst einmal letzte Roman werden? Ich plane seit Längerem, mich unter einem anderen Pseudonym oder sogar mit dem Klarnamen, belletristischer, gesellschaftskritischer Literatur zuzuwenden. Ideen sind vorhanden, der Plot steht und ein paar Auszüge habe ich auch schon zu Papier gebracht. Letztlich ist das Projekt aber noch Zukunftsmusik und muss sich erst als tragfähig erweisen.

Jetzt freue mich erst einmal darauf, mit meinem Nachfolgeroman „Rebeccas Schüler – Böse Spielchen“ an die Öffentlichkeit  zu gehen und mit Stammlesern und neuen Lesern von anspruchsvoller Erotikliteratur ins Gespräch zu kommen.

Ich möchte Bärbel ganz lieb für das Interview danken. 🙂

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Tira und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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